Werkstattregeln

STUDIOKI WERKSTATTREGELN

 

Willkommen im Studioki!

Bitte lest euch unsere Regeln aufmerksam durch. Voraussetzung für den reibungslosen Ablauf und das Funktionieren unserer Offenen Werkstatt ist, dass jede(r) Einzelne sich mitverantwortlich fühlt. Wir stecken viel Liebe und Zeit in diesen Ort, um uns allen das Arbeiten mit Ton zu ermöglichen. Bitte behandelt die Räume, das Inventar, eure Mitmenschen und ihre Arbeiten mit Respekt, damit das Studioki ein angenehmer Ort für alle ist!

 

Jede(r) ist für ihren/seinen eigenen Platz verantwortlich. Bitte hinterlasst ihn sauber und ordentlich, reinigt alle Werkzeuge, die ihr benutzt und stellt alles an seinen ursprünglichen Ort zurück.

Tische nach der Benutzung feucht (!) wischen und Werkzeuge feucht reinigen. Die Entstehung von gesundheitsschädlichem Ton- und Glasurstaub soll unbedingt vermieden werden.

Schleifen nur draußen über einem Eimer mit Wasser oder einem feuchten Tuch.

Tonreste zu einer Kugel zusammenrollen, anfeuchten und beiseite legen. Wir sammeln ungebrannte Tonreste in einem dafür vorgesehenen Eimer und bereiten sie wieder auf.

Werkzeuge und Hände zuerst in dem entsprechenden Eimer (Ton- oder Glasurwasser) im Waschbecken waschen, erst danach unter fließendem Wasser. Weder Ton noch Glasur dürfen ins Abwasser gelangen!

Fünfzehn Minuten vor Schluss räumen wir gemeinsam auf, so dass wir pünktlich die Werkstatt verlassen können.

Große Werkstücke bitte nur in Absprache mit uns töpfern, da wir begrenzte Brennkapazitäten haben. Aus demselben Grund brennen wir grundsätzlich keine Arbeiten, die nicht im Studioki entstanden sind. Bitte beachtet, dass wir für das Brennen insbesondere großer Keramiken manchmal etwas mehr Zeit als üblich benötigen.

Damit der Brennablauf reibungslos funktioniert, seid ihr selbst dafür verantwortlich, eure Arbeiten im richtigen Regal abzustellen. Mehr dazu unter “Ablauf”. Bitte habt, wenn euer letzter Termin näher rückt, selbst im Blick, dass eure Arbeiten rechtzeitig ins richtige Regal wandern und plant am Ende genügend Zeit fürs Glasieren ein. Sachen, die zu einem bestimmten Termin gebrannt sein sollen, bitte mit einem Zettel versehen – wir tun unser Bestes, dass sie rechtzeitig fertig sind.

Die Keramiken anderer Teilnehmer dürfen nur mit deren Einverständnis angefasst werden. Gerade ungebrannte Ware ist extrem zerbrechlich! Stellt eure eigenen Werke so ins Regal, dass niemand sie mehr versetzen muss. Ungebrannte Keramik niemals am Rand, Henkel oder an anderen empfindlichen Stellen anheben und nicht verschieben, sondern am besten mit beiden Händen anheben und vorsichtig wieder absetzen.

Eure Werkstücke müssen immer mit eurem Kürzel oder Zeichen versehen werden! So vermeidet ihr Verwechslungen und findet euer Werkstück sicher wieder. Unsignierte Keramiken werden nicht gebrannt!

Fertige Keramiken sollten so bald wie möglich abgeholt werden. Werkstücke, die noch in Bearbeitung sind, müssen klar mit Namen und Datum versehen werden, wenn sie im Regal abgestellt werden. Nach dreißig Tagen werden nicht abgeholte oder weiterbearbeitete Stücke entsorgt, da wir nicht über ausreichend Platz verfügen, sie über einen längeren Zeitraum zu lagern.

Wir tun unser Bestes, damit ihr glücklich mit euren Werken seid und handhaben eure Keramiken mit größter Sorgfalt. Wir können aber leider keine Verantwortung für zerbrochene, misslungene oder nicht auffindbare Keramiken übernehmen.

Finger weg vom Ofen!
Der Ofen darf nur vom Studioki-Team ein- und ausgeräumt werden – zu eurer eigenen Sicherheit und weil er empfindliche Elemente enthält.

Glasuren vor Gebrauch gut schütteln oder aufrühren und immer in Gläschen abfüllen. Mit wenig anfangen, bei Bedarf nachnehmen. Gläschen und Pinsel gründlich reinigen wenn ihr die Glasur wechselt. Glasurreste könnt ihr, sofern sie nicht verunreinigt wurden, wieder in die Glasurenflasche zurückfüllen.

Glasurendeckel immer gut schließen, bei Bedarf reinigen.

Glasiert auf dem Tisch, nicht auf den Rigipsplatten, da diese sich schwerer reinigen lassen.

Die Unterseite der Werkstücke muss frei von Glasur sein. Glasierte Werkstücke können am Boden des Brennofens festbacken. Glasur am Boden gegebenenfalls mit einem Schwämmchen abwischen. Soll der Boden glasiert werden, z.B. weil die Keramik viel mit Wasser in Berührung kommt (Seifenschale o.ä.), sprecht bitte mit uns.

Während des Glasierens nicht essen! Vor dem Essen gründlich die Hände waschen.

Und die wichtigste Regel zum Schluss: sprecht mit uns und fragt fragt fragt! Quetscht uns aus, dafür sind wir da. Wir freuen uns, wenn ihr neugierig seid, Lust habt, neues zu lernen und zu experimentieren. Bringt eure Ideen mit und lasst uns gemeinsam herausfinden, wie sie sich am besten umsetzen lassen!

 

ABLAUF

Vom Ton bis zur fertigen Keramik bedarf es mehrerer Zwischenschritte:

 

1. Formen des Werkstücks aus plastischem Ton, Signieren, Abstellen im “Trocknen”-Regal.

2. Trocknen: dies dauert je nach Dicke des Tons und Witterung bis zu einer Woche – in Extremfällen sogar länger. Der Trocknungsprozess kann durch das Abdecken mit Folie verzögert werden, wenn ihr über einen längeren Zeitraum an einem Stück arbeiten wollt.

3. Begutachtung: haben alle Verbindungen gehalten? Muss noch etwas geschliffen werden, Krümel entfernt, Kanten entgratet werden? Sind eventuell ausgestanzte Löcher frei von Tonresten? Erst nach einem finalen Check eurerseits und wenn die Keramik komplett durchgetrocknet ist -> ab ins “Schrühen”-Regal.

4. Schrühbrand: nach diesem ersten Brand sind die Tonpartikel fest miteinander verbunden, die Form ist nicht mehr veränderbar, es können keine weiteren Teile mehr verbunden werden und der Ton kann nicht wieder aufbereitet werden. Ihr findet eure Schrühware im “Gebrannt”-Regal.

5. Glasieren: auf die Schrühware werden die Glasuren aufgetragen, dann: -> ab ins “Glasurbrand”-Regal.

6. Glasurbrand: in einem zweiten, heißeren Brand verschmelzen die Glasuren fest mit der Keramik

7. Abholen und Bewundern!

 

EIN PAAR HINWEISE ZUR TECHNIK

 

Ton schrumpft beim Trocknen und Brennen um ca. zehn Prozent. Kalkuliert das ein, wenn eure gebrannten Keramiken eine bestimmte Größe haben sollen. Das gilt auch für Löcher, die ihr in euer Werkstück stanzt oder bohrt – bedenkt, dass auch sie nach dem Brennen kleiner sind und berechnet ihren Durchmesser großzügig. Haltet Löcher möglichst frei von Glasur, damit sie beim Brennen nicht zulaufen.

Die Wandstärke eurer Keramiken sollte zwei Zentimeter nicht überschreiten. Zu dicker Ton kann Feuchtigkeitsreste oder Lufteinschlüsse enthalten, die euer Werkstück beim Brennen explodieren lassen. Kompakte Formen müssen ausgehöhlt werden. Hohle Formen brauchen ein Luftloch, damit die heiße Luft beim Brennen entweichen kann.

Arbeitet möglichst in einer gleichmäßigen Stärke. Wenn sich die Stärke des Tons innerhalb eines Werkstücks zu stark unterscheidet, kann es aufgrund der unterschiedlichen Trocknungsgeschwindigkeit zu Spannungsrissen kommen. Wenn unterschiedliche Stärken gewollt sind, kann es helfen, die dünneren Teile mit Folie abzudecken, um dort den Trocknungsprozess zu verzögern.

Dasselbe gilt, wenn ihr Teile mit verschiedenem Trocknungsgrad verbindet. Verbindet möglichst nur Elemente miteinander, die ähnlich feucht oder trocken sind und lasst sie im Zweifelsfall möglichst langsam unter Folie trocknen. Nicht sorgfältig verbundene Elemente lösen sich beim Trocknen oder Brennen wieder voneinander. Für alle Verbindungen gilt, dass beide Teile gründlich angerauht, mit etwas(!) Schlicker bestrichen und dann sorgfältig angedrückt werden müssen. Kritische Verbindungen, die später Belastungen standhalten müssen, wie z.B. Henkel, können mit einer kleinen Wulst verstärkt werden, die in beide Elemente eingearbeitet wird.

In “lederhartem” Zustand (fest, aber noch nicht trocken) kann der Ton besonders gut geschnitten, eingeritzt oder geraspelt werden. Er verliert dann nicht mehr so schnell seine Form, ist aber noch nicht so spröde und zerbrechlich wie wenn er knochentrocken ist.